18.02.2021

Ein starkes Immunsystem – wichtiger denn je

Es gibt Dinge, die kann man nicht oft genug betonen. Ein starkes Immunsystem gehört dazu. Jeder hört und liest davon, doch was kann ich eigentlich selbst dafür tun, mein Immunsystem zu stärken?

1. Teil der Serie: Stress und Selbsterkenntnis

Sonnenuntergang am Meer

Zuallererst, und das ist gleich der wichtigste aller Punkte, steht die Zeit für dich selbst an erster Stelle. Es gibt hier keine Zeitangabe – jeder braucht mehr oder weniger Zeit zum Ankommen, Runterfahren und Entspannen.
Eine grundsätzliche Empfehlung kann es sein, dass auf 70% Anspannung 30% Entspannung folgt. Aber schafft das in unserer heutigen Zeit mit unserem etablierten und gesellschaftsfähigen, westlichen Lebenswandel Jeder? Die Antwort ist leider oft: Nein!

Die Frage ist nicht, ob man es schafft, sondern ob man es will.

Egal, wieviel Druck der Chef, der Partner, die Kinder oder sonst wer ausübt, am Ende ist es doch der eigene Kopf, der einem in die Quere kommt. Der Verstand, der sagt: Komm, du hast noch das und das zu tun, mach es doch einfach noch, gestern ging es doch auch. Die Zeit für dich selbst läuft dir doch nicht weg, dafür ist doch am Wochenende Zeit, oder im Urlaub, oder morgen oder…

Was passiert?

Die kurze Zeit, in der Stress als positiv erlebt wird, um mit Adrenalin im Blut deine Leistungen zu bündeln, motiviert zu sein und die anstehenden Aufgaben erledigen zu können, lässt die Stimmung vom positiven Stress schnell ins Negative umschlagen, wenn es dauerhaft wird.

Und wir erleben die typischen Zeichen:
Alles zerrt an den Nerven, jede Kleinigkeit bringt das Fass zum Überlaufen und Probleme, die vorher nur unterschwellig da waren (wie etwa Partnerschaftskonflikte, ungeklärte Situationen), werden nun auf einmal groß und zeigen sich.

Dabei könnte es so einfach sein:

Es wird viel zu oft die Aufmerksamkeit auf das Außen gerichtet und eine Lösung gesucht, um die ÄUßEREN Umstände zu ändern: NEIN!
Richtig ist es, dich an allererster Stelle um dich SELBST zu kümmern.

Wenn das Innere in Balance ist und du mit dir und deinem Leben im Einklang bist, dann ziehen die äußeren Umstände nach.
Klingt esoterisch? – Wäre möglich. Du kannst es nur für dich selbst herausfinden, ob es funktioniert.
Wir schaffen uns mit unseren Gedanken und Gefühlen unsere Welt. Erst durch Gefühle wird der Gedanke zur Realität.

Siehe dazu auch unten den Punkt „Dankbarkeit“.

Sollten dich deine Aufgaben erdrücken, dann hätte ich folgende 10 Punkte als Vorschlag für dich:

1. Pause! Pause! Pause!
Ja, gerade, wenn du das Gefühl hast, dass es heute nicht möglich ist – dann brauchst du die Pause am dringendsten.

2. Tief durchatmen:
Atme langsam und bewusst (durch die Nase) in den Bauch ein und noch länger (durch den gespitzten Mund) wieder aus.
Das stimuliert u.a. den Vagus-Nerv, der als längster unserer zwölf Hirnnerven und Teil des vegetativen (autonomen) Nervensystems für Erholung und Regeneration im Körper zuständig ist. Er ist an der Regulation fast jeden inneren Organs beteiligt.

Fortgeschrittene (und Alleine-im-Homeoffice-Sitzer) können dazu beim Ausatmen noch ein langes OM sprechen.
Dazu am besten gerade hinsetzen, damit ein größtmögliches Lungenvolumen erreicht wird und so lange wie möglich das M klingen lassen. Durch den nasalen Klang dieser Laute spürt man die Vibrationen, die dabei im Körper entstehen. Und das kann tatsächlich ganz schön entspannen – probiere es mal!

3. Achtsamkeit:
Es bedeutet für dich, dass du nicht Multitasking-mäßig versuchst, sämtliche Aufgaben auf einmal zu lösen, sondern nacheinander abarbeitest. So bleibst du klarer und kannst dich auch gewissenhafter auf eine Sache konzentrieren.
Wähle auch bewusst und achtsam aus, mit was du dich beschäftigst und umgibst. Dein Umfeld sollte anregend, positiv und motivierend sein und dich nicht noch mehr runterziehen.

4. Nein sagen:
Du musst nicht immer alles selbst machen. Ja, liebe Mamas da draußen, ich weiß, wovon ich spreche! Klar ist es total hipp, wenn auf der Kinder-Geburtstagsfeier für jedes Kind ein selbstgebasteltes Mitbringsel und Deko à la Instagram zu finden ist, dazu noch eine selbstgebackene Torte und von vorbereiteter Schatzsuche und Nachtwanderung ganz zu schweigen. Ihr müsst euch aber nicht um jeden Preis gegenseitig überbieten!
Die eigenen Ansprüche herunterzuschrauben kann sowas von befreiend sein.
Tue das, wobei du ein gutes Gefühl hast. Wenn sich deine eigenen Ansprüche wie Blei auf deine Schultern senken und dich immer mehr in ein Hamsterrad befördern, läuft leider etwas gewaltig schief.
Du darfst gern auch Nein sagen und Aufgaben an Kollegen oder Familienmitglieder deligieren. Stehe dann aber auch bitte dazu, wenn sie es anders machen, als du es gewohnt bist! Wer weiß, was für kreative Lösungen dabei herauskommen – bleibe offen.

5. Minimalismus & Loslassen:
Das Wort steht für weniger ist mehr, also in Bezug auf materielle Dinge, als auch für den Freizeit-Stress, den sich manche gerne antun.

Spätestens seit dem weltweiten Erfolg der KonMari-Methode von Marie Kondo hat sich gezeigt, dass sich der Geist viel leichter tut, wenn sich nicht so viele Dinge (und vor allem die damit verbundenen Informationen) um einen herum befinden. Es denkt, fühlt und lebt sich einfach leichter – mit weniger. Probiere es aus. Du musst ja nicht gleich ins Extrem fallen und die Nur-Noch-100-Dinge-Challenge bewältigen.
Aber wenn du weniger besitzt und zwar nur das, was dich wirklich glücklich macht, dann brauchst du dich um die unaufgeräumten Berge von Dingen weniger sorgen.
Lerne, das loszulassen, was dich am Glücklich sein hindert.
Und wer braucht schon zehn verschiedene gratis Werbetassen? Es sei denn, sie machen dich extrem glücklich – dann bin ich ruhig.

Ebenso darfst du auch in deiner Freizeit das tun, was dich glücklich macht! Wer sagt denn, dass für deine Kinder jeden Tag eine andere Aktivität geplant sein muss?
Kind sein heißt doch auch: in Pfützen zu springen, in der Erde zu buddeln, Kirschkernweitspucken zu machen und sich vor allem Dingen mal langweilen zu dürfen. So kann Phantasie entstehen und die Fähigkeit, kreativ zu werden.
Und du bist das beste Vorbild für deine Kinder.


Es ist auch mal ein Nachmittag in der Hängematte erlaubt:

„Wie herrlich ist es, nichts zu tun und dann vom Nichtstun auszuruhn.“
– Heinrich Zille

Hängematte

6. Sport:
Entspannung in allen Ehren, aber raus an die Luft und den Kopf frei kriegen ist mindestens genauso wichtig!
Was Sport und Bewegung Positives in Gang bringen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nur soviel: Moderates Ausdauertraining kann unser Immunsystem stützen – und nebenbei gibt es eine schöne Portion Glückshormone 😊.

Wald

Vor allem der Wald tut der Psyche gut. Japanische Forscher haben anhand von Studien gezeigt, was Waldbaden für positive Effekte haben kann und seit 1982 eine eigene Therapiemethode dafür gefunden: ShinrinYoku. Unter anderem sinkt dadurch die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut.
Pflanzen kommunizieren durch Duftstoffe miteinander, um sich vor Fressfeinden zu warnen oder um nützliche Insekten anzulocken. Manche Gerüche nehmen wir Menschen nur unterschwellig wahr, aber der Duft eines regennassen Waldes oder eines sonnenerwärmten Waldbodens kann einen doch ganz schön berauschen, oder?

Ich zähle auch Entspannungsmaßnahmen wie Yoga oder Qigong dazu – hier kannst du das wählen, was für dich am besten passt und sich für dich am befreiendsten anfühlt.

 


7. Dankbarkeit:

Nimm dir jeden Tag, sagen wir z.B. abends vor dem Einschlafen Zeit, und sei zutiefst dankbar für dein Leben. Für das, was du erreicht hast, was heute am Tag passiert ist. Manche legen auch ein Dankbarkeitstagebuch an. Brauchst du nicht unbedingt – es reicht, es wirklich zu fühlen: Das Glück, im Hier und Jetzt zu sein.
Die Gedanken daran und – ganz wichtig – die Gefühle dazu ändern deine innere Einstellung. Wenn du etwas nicht nur denkst, sondern deine Emotionen den Gedanken auch folgen (sprich: du daran glaubst), kann dein Glaube sprichwörtlich „Berge versetzen“.

So nutzen mit dem mentalen Training Sportler aller Disziplinen genau diese Tatsache: Allein durch die Vorstellung – und möglichst die gleichen Emotionen wie beim echten Training oder Wettkampf – kann die Leistung trainiert und möglichst gesteigert werden. Dem Gehirn wird suggeriert, dass der Körper real trainieren würde und es nicht bloß reine Vorstellung ist.

Das heißt jetzt nicht, dass du mit Joggen aufhören sollst und es dir nur bei Chips auf dem Sofa vorstellen sollst! Bitte nicht!
Bewegung an frischer Luft ist und bleibt eine der wichtigsten Methoden, um Körper und Geist wieder zu klären und Stress abzubauen.

Unser Verstand nimmt trotz allem das als Realität wahr, was wir auch wirklich fühlen – wie oft ist mancher schon aus einem Alptraum aufgeschreckt und dachte, sein Traum sei bittere Realität gewesen.

Mental-Trainern und Persönlichkeits-Coaches ist jedoch eins gemein: Sie wissen um die Macht der Gedanken und vor allem den Gefühlen dazu – das Bewusstsein kann gar nicht anders, als es Realität werden zu lassen. Denn es geht ja davon aus, wenn du es fühlst, ist es auch Wirklichkeit. Nur die Vorstellung allein reicht nicht: Du musst es so fühlen, als wäre es auch wirklich so und nicht, als würde es erst so werden! Das ist der Unterschied.

Mehr dazu wird demnächst folgen.

Entspannungsübungen wie z.B. Autogenes Training bauen auf einem ähnlichen Prinzip auf. Als eine Art Selbsthypnose können Gedanken zur Entspannung genutzt werden.

Diese Methoden erfordern Übung und sollten am idealsten unter Anleitung und unter Beachtung der persönlichen (Krankheits-)Umstände erlernt werden.

8. Ernährung:
Mit einer guten Vital- und Nährstoffversorgung kann unser Gehirn und unser gesamter Körper besser arbeiten. Das bedeutet auch, dass die Stressresistenz steigt. Denn entspannt zu sein, heißt ja nicht, keine Herausforderungen im Leben zu haben, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen.
Gerade unter Stress leidet gern die Ernährung und wird nebenbei erledigt.
Die Stresshormone sorgen jedoch dafür, dass die Energie für die erhöhte Leistungsfähigkeit zulasten der Verdauung geht. Wer im „Kampfmodus“ ist, braucht gerade keine Verdauungsaktivität. Je länger der Stress andauert, desto mehr steigt aber wieder der Bedarf nach Nährstoffen, um die Leistung aufrecht erhalten zu können. Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte steigen bei Stress an. Die Folge sind Heißhungerattacken, die dann wiederum durch Fastfood gestillt werden sollen?! Funktioniert nicht gut, oder?

Essenskiste

Es gibt wahrscheinlich so viele unterschiedliche Ernährungsweisen wie es Menschen gibt – abhängig von Konstitution, Bedarf, Bewegung, Alter, Traditionen, Gesundheitszustand, etc.
Normalerweise haben wir ein ursprüngliches Gefühl, was uns persönlich gut tut und was nicht. Babys wissen meist instinktiv, warum sie heute die Möhren essen wollen und morgen schon wieder nicht mehr.
Durch jahrelange Ernährungsgewohnheiten, Geschmacksverstärker, Lebensumstände, chronische Krankheiten, etc. kann aber dieses instinktive Verlangen nach den richtigen Nährstoffen verloren gehen.
Dann bedarf es Handlungsbedarf und angepassten Verhaltensweisen.

9. Schlafhygiene:
Wer abends im Bett liegt und vor lauter Grübeleien nicht in den Schlaf findet, der kann z.B. auch jeden Abend das oben beschriebene Dankbarkeitsritual durchführen, um damit den Tag positiv abzuschließen.
Es kann hilfreich sein, jeden Abend die gleichen Rituale zu erleben – der Körper kann sich darauf einstellen und besser runterfahren.

Eine, besser noch zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollten elektronische Geräte wie Fernseher, Laptop, Handy nicht mehr auf den Körper einwirken. Das sichtbare blaue Licht drosselt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und der schlechte Schlaf ist vorprogrammiert. Zwar kann man im Handy den Blaufilter einschalten, doch sollte man sich grundsätzlich überlegen, ob man bei Einschlafschwierigkeiten das Gehirn unbedingt noch mit so vielen Informationen belasten möchte…

Einschlafprobleme können vielfältige Ursachen haben, die genauer beleuchtet werden sollten. Psychische Probleme, Medikamente, fehlender Rhythmus im Lebensstil, Verdauungsbeschwerden, falsche Schlafsituation, …die Liste ist lang. Hier hilft aber schon oft eine ausführliche Anamnese und Beratung.

Es gibt Menschen, die nachts immer um die gleiche Uhrzeit aufwachen. Auch hier könnte sich ein qualifizierter Blick auf die Organuhr der Traditionellen Chinesischen als auch der Traditionellen Europäischen Medizin lohnen. Dieser Ansicht nach durchläuft der Körper im Tagesverlauf energetische Phasen, in denen die einzelnen Organe ihre höchste Ruhephase haben. Störungen zu bestimmten Uhrzeiten können ein Hinweis auf Störungen in diesem Organsystem sein.
Daher ist auch einleuchtend, dass nicht gleich bei den ersten Symptomen Medikamente gegeben werden, sondern genau hingeschaut werden sollte, welche Ursache dahinter steckt und wie diese ganzheitlich behandelt werden kann.

10. Lachen & Lieben:
Der Spruch, dass Lachen die beste Medizin ist, beeindruckt, wenn man sich anschaut, dass sogar erzwungenes, künstliches Lachen Glückshormone hervorruft. Du kannst dich gern jeden Morgen vor den Spiegel stellen und dich anlachen. Probier es gern wieder aus!

Um wirklich in deinem Leben etwas verändern zu wollen, zu deiner Mitte zu finden, zur Ruhe zu kommen, kann ich dir nur ans Herz legen: Liebe dich selbst!
Die stärkste Heilkraft ist die Liebe und der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du. Das hat gar nichts mit Egoismus zu tun, aber ohne dich gäbe es ja dein jetziges Leben nicht. Lerne dich wertzuschätzen und zu lieben, dann können dich auch andere wertschätzen und lieben. Und dann kannst du auch für dich selbst entscheiden, welche Aufgaben wichtig für dich jetzt sind und welche nicht. Somit reduzieren sich der Stress und deine To-Do-Liste von selbst.

Um deine persönliche Stressresistenz zu beeinflussen, ist es auch möglich, mit Hilfe naturheilkundlicher Verfahren zu unterstützen.

Dazu können u.a. zählen:
Heilpflanzen: Es gibt eine Vielzahl von Heilpflanzen, die bei Erschöpfungssymptomen, Nervosität oder Schlafschwierigkeiten eingesetzt werden können (wie z.B. Melisse, Johanniskraut, Lavendel oder Rosenwurz).
– Homöopathie: Hier bietet sich eine Nutzung für Kinder mit Lernauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen,… an
Heilpilze: Vitalpilze wie z.B. Cordyceps oder Reishi können angewandt werden
– Darmsanierung: Auch eine Störung der Darmflora oder chronische Entzündungen im Verdauungsapparat können die Psyche beeinflussen.
– etc.

Welche Therapien im Einzelnen angebracht sein können, ist eine individuelle Entscheidung nach Anamnese, Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Diagnostik. Gemeinsam können wir einen Weg finden, der zu dir und deiner individuellen Konstitution passt.

Ich danke dir, dass du bis zum Ende durchgehalten hast und freue mich, wenn meine Ideen etwas in dir bewirken. Vielleicht hat es jetzt irgendwo in deinem Kopf „Klick“ gemacht und du siehst die Dinge in einem anderen Licht.
Es hilft, wenn man immer wieder motiviert wird und sich den Leuten zuwendet, die schon da sind, wo man hin möchte.

Ich freue mich von Herzen, dich auf deinem Weg unterstützen zu können.

Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe,
gehe liebevoll mit dir um,
deine Peggy Petzold